Für die Auswahl der zu bestimmenden Isotope wurde die Isotopenhäufigkeit als Hauptkriterium herangezogen. Es sollten nach Möglichkeit nur die häufigsten Isotope eines Elementes bestimmt werden. Bei bekannten Interferenzen für ein Isotop ist, falls möglich, ein anderes Isotop des Elementes zu verwenden. Es empfiehlt sich, mehrere Isotope eines Elementes zu bestimmen, da dadurch mögliche Störungen für ein Isotop erkannt werden können. Ausgehend von diesen Kriterien wurden die folgenden Isotope bestimmt, wobei verschiedene Isotope erst im Verlauf der Messungen bestimmt wurden (z.B. 98Mo, 112Cd, 117Sn, 178Hf, 183W, 206Pb, 207Pb).
Tab. 4.1: Massen und Häufigkeit der bestimmten Isotope, mit * gekennzeichnet Isotope wurden aus messtechnischen Gründen mitbestimmt, um Masseninterferenzen berücksichtigen zu können. Die Isotope 115In und 185Re wurden bei allen Messungen als innerer Standard mitbestimmt.
| Isotop | Ordnungszahl | Masse (amu) | Isotopenhäufigkeit (%) |
| As 75 | 33 | 74,921596 | 100 |
| Se 77* | 34 | 76,919908 | 7,50 |
| Se 82* | 81,916709 | 8,84 | |
| Kr 83* | 36 | 82,914134 | 11,55 |
| Zr 90 | 40 | 89,904708 | 51,46 |
| Zr 91 | 90,905644 | 11,23 | |
| Nb 93 | 41 | 92,906378 | 100 |
| Mo 95 | 42 | 94,905838 | 14,78 |
| Mo 98 | 97,905405 | 24,00 | |
| Cd 111 | 48 | 110,904182 | 12,86 |
| Cd 112 | 111,904401 | 23,79 | |
| Cd 114 | 113,903361 | 28,81 | |
| In 115 | 49 | 114,903875 | 95,84 |
| Sn 117 | 50 | 116,902954 | 7,57 |
| Sn 118 | 117,901607 | 24,01 | |
| Sn 120 | 119,902199 | 32,97 | |
| Sb 121 | 51 | 120,903824 | 57,25 |
| Sb 123 | 122,904222 | 42,75 | |
| Hf 177 | 72 | 176,943233 | 18,55 |
| Hf 178 | 177,943710 | 27,23 | |
| Ta 181 | 73 | 180,948014 | 99,9877 |
| W 182 | 74 | 181,948225 | 26,31 |
| W 183 | 182,950245 | 14,28 | |
| Re 185 | 75 | 184,952977 | 37,07 |
| Pb 206 | 82 | 205,974455 | 25,15 |
| Pb 207 | 206,975885 | 21,11 | |
| Pb 208 | 207,976641 | 52,38 | |
| Bi 209 | 83 | 208,980388 | 100 |
| Th 232 | 90 | 232,038054 | 100 |
| U 238 | 92 | 238,050786 | 99,28 |
Das ICPMS ist ein Massenspektrometer (MS) zur quasiparallelen Multielementanalyse im sub-ppm-Bereich. Bei einem Massenspektrometer werden die Gehalte eines Elementes in einer Substanz (Feststoff, Gas oder Lösung) durch die Aufzeichnung eines mehr oder weniger großen Spektrums unterschiedlicher Atom- und Molekülmassen ermittelt. Im Massenspektrometer werden aus der zu untersuchenden Substanz freie Ionen erzeugt, diese aufgrund unterschiedlicher Masse und Ladung getrennt und die Anzahl der getrennten Ionen erfasst. Das hier verwendete Massenspektrometer, ein Fisons PQ2+, arbeitet mit einer Plasma-Ionenquelle, einem Quadrupole-Massenfilter und Channeltron-Multiplier als Ionennachweissystem.
Die Ionenquelle bei einem ICPMS ist ein induktiv gekoppeltes Plasma (engl.: inductively coupled plasma). Als Plasma bezeichnet man Materie, die in fast vollständig ionisierten Zustand vorliegt. Das gezündete Plasma, hier ist es ein Ar-Plasma, entwickelt Temperaturen von bis zu 8000 K. Das Plasma befindet sich in der Fackel (Torch), die das Herzstück der Ionenquelle ist. Die Torch ist aus drei konzentrischen Quarzglaszylindern aufgebaut. Durch diese Zylinder strömt das Argon. Man unterscheidet dabei drei Gasströme: Kühl- (cool), Hilfs- (auxilary) und Nebelkammergasfluss (nebulizer). Um die Torch herum befindet sich eine Hochfrequenzspule (20Mhz), die das Plasma durch Induktion mit Energie versorgt. Die zu messende Lösung wird über eine peristaltische Pumpe in sehr geringen Mengen vom Vorratsbehälter im Autosampler zur Nebelkammer geführt. Beim Eintritt in die Nebelkammer wird die Lösung zerstäubt. Das entstandene Aerosol in der Nebelkammer wird über den Nebelkammergasfluss in das Plasma eingebracht.
Das Quadrupole-Massenfilter besteht aus vier Metallstäben die in gleichen Abständen parallel angeordnet sind. An diesen Stäben wird eine Wechselspannung, wechselseitig diagonal geschaltet wird, angelegt und mit einer statischen Gleichspannung überlagert. Durch die genaue Abstimmung der Spannungen bleiben nur Ionen mit einem bestimmten Massen-Ladungs-Quotienten vom elektrischen Feld unbeeinflusst und können passieren. Alle anderen Ionen werden auf diese Weise herausgefiltert. Durch Verändern der Amplitude wird das elektrische Feld innerhalb sehr kurzer Zeit so geändert, dass Ionen mit jeweils anderen Massen-Ladungs-Quotienten passieren können. Vor dem Quadrupole Massenfilter befindet sich die Ionenoptik. Die vom Plasma kommenden Ionen gelangen durch zwei spezielle Blenden (skimmer-cone und sampling-cone) in die hochevakuierte Trennkammer. Damit nur die Ionen im Multiplier erfasst werden, wird die Anzahl der vom Plasma freigesetzten Photonen (h·ν) mittels eines Photonenstops verringert (~10−6). Das elektrooptisches Linsensystem bewirkt eine Fokussierung des Ionenstrahls und verhindert, dass die Ionen auf den Photonenstop treffen.
Das Ionennachweissystem des ICPMS ist ein sogenannter Channeltron-Multiplier, der im Prinzip ein Sekundärelektronenvervielfacher (SEV) ist. In dem posthornartig-geformten und speziell beschichteten Channeltron-Multiplier wird durch ein ankommendes Ion eine Elektronenkaskade ausgelöst. Über eine spezielle Schaltung können dann die so entstandenen Elektronen als Stromimpuls registriert werden. Bei einem Channeltron-Multiplier kommt es aufgrund der speziellen Form nicht zu Reflexionen von Ionen, die die Messung stören könnten. Es kann im Prinzip jedes einzelne ankommende Ion erfasst werden. Dadurch ist der Channeltron-Multiplier sehr nachweisstark und empfindlich.
Abb. 4.1: Schematischer Aufbau des ICPMS.
An dem ICPMS gibt es viele Einstellungmöglichkeiten von denen die wichtigsten hier beschrieben werden sollen. Ziel der Einstellungen ist immer ein Optimum aus Zählrate, Stabilität der Zählrate und Minimierung der Oxidbildungsrate.
Vor Beginn der eigentlichen Messung werden die Geräteeinstellungen mit Hilfe einer Tuning-Lösung optimiert. Ziel dieser Optimierung ist ein möglichst hohe und stabile Zählrate und niedrige Oxidbildungsraten. Die Messreihe selber weist im Normalfall folgenden Aufbau auf (nächste Seite)
| # | indication | x | y | rack | Beschreibung |
| 1 | blank 1 | 1 | 1 | 2 | |
| 2 | A | 1 | 2 | 2 | Eichlösung A |
| 3 | B | 1 | 3 | 2 | Eichlösung B |
| 4 | C (=QC 0 !) | 1 | 4 | 2 | Eichlösung C |
| 5 | D | 1 | 5 | 2 | Eichlösung D |
| 6 | blank 2 | 1 | 6 | 2 | |
| 7 | Blind 1 | 1 | 7 | 2 | Blindlösung |
| 8 | Sample 1 | 1 | 8 | 2 | Probenlösungen |
| 9 | Sample 2 | 1 | 9 | 2 | Probenlösungen |
| 10 | Sample 3 | 1 | 10 | 2 | Probenlösungen |
| 11 | Standard 1 | 1 | 11 | 2 | Geostandard |
| 12 | Sample 4 | 2 | 1 | 2 | Probenlösungen |
| 13 | Sample 5 | 2 | 2 | 2 | Probenlösungen |
| 14 | Sample 6 | 2 | 3 | 2 | Probenlösungen |
| 15 | Blind 2 | 2 | 4 | 2 | Blindlösung |
| 16 | QC1 | 2 | 5 | 2 | Eichlösung C |
| 17 | Blind 3 | 2 | 6 | 2 | Blindlösung |
| 18 | Sample 7 | 2 | 7 | 2 | |
| : | : | : | : | : | : |
| : | : | : | : | : | : |
| : | : | : | : | : | : |
| QC | Eichlösung C |
Am Anfang wird immer eine Blanklösung gemessen, um den Untergrund zu bestimmen. Eine Blanklösung ist: H2O*** + 20 ng/g In, Re + 2 Vol.-% HNO3. Es folgen die Eichlösungen mit aufsteigender Konzentration. Dann folgt wieder eine Blanklösung, um mögliche Memoryeffekte für die unbekannten Proben und die Blindwertmessung zu vermeiden. Es folgt ein Block bestehend aus 1 Blindlösung, 3 Probenlösungen, 1 Standardlösung, 3 Probenlösungen und einer Blindlösung. Nach einem solchen Block wird eine QC-Lösung, der zweithöchste Eichpunkt, gemessen, damit man die Gerätedrift korrigieren kann. Danach folgt ein weiterer Block, QC-Lösung, usw. Blindlösungen werden zusammen mit den Probenlösungen hergestellt (s. Kap. 4.3). Bei Blindlösungen wird kein Probenmaterial eingewogen, die ganze Behandlung (Säurezugabe, Kochen usw.) wird aber durchgeführt. Ziel ist es, mögliche Kontaminationen während des Probenaufschlusses erkennbar zu machen.
Die Messung einer Probenlösung setzt sich aus drei Abschnitten zusammen:
Bei der Messung mit dem ICPMS gibt es immer wieder Probleme mit der Stabilität des Gerätes. Probleme kann es aufgrund der Länge einer Messserie, mehrere Stunden sind keine Ausnahme, geben. Diese Langzeitstabilitätsprobleme, die sich in Schwankungen der CPS (counts per second) widerspiegeln versucht man durch Durchführen einer Quality Control (QC), also einer Drift-Korrektur, zu korrigieren. Die Ergebnisse der Drift-Korrektur sind in aller Regel zufriedenstellend. Problematischer sind Geräteschwankungen innerhalb der drei nacheinander durchgeführten runs. Negativen Einfluss auf die Stabilität des Gerätes haben Niederschläge und Ablagerungen in den Konen, und Verstopfung der Torch durch zu hohe Substanzgehalte in der Lösung. Die dadurch bedingten Schwankungen der Zählrate der Ionen kann man nicht korrigieren und schlagen sich im relativen Fehler (Standardabweichung der Mittelung der normierten Counts dividiert durch den Mittelwert) der gemittelten CPS nieder. Verallgemeinernd kann hier gesagt werden , dass eine größere Schwankung innerhalb der runs sich in einem größeren internen Fehler niederschlägt. Probleme dieser Art traten vermehrt bei den letzten Messungen auf, und sind eher auf das Gerät als auf die Geräteeinstellungen zurückzuführen.
Bei jedem spektrometrischen Verfahren kann es zu Interferenzen kommen. Diese sind je nach Verfahren verschiedener Natur. So
sind bei der Atom-Emissions-Spektroskopie (AES) optische Interferenzen, d.h. Aussendung von Licht gleicher bzw. ähnlicher
Wellenlänge, möglich. Bei massenspektrometrischen Verfahren kommt es zu Interferenzen durch Ionen oder Verbindungen gleicher
bzw. ähnlicher Masse. Bei dem ICPMS gibt es mehrere Möglichkeiten der Masseninterferenz.
Zum einen kann eine Interferenz durch Isobare, also Elemente mit gleicher Masse aber unterschiedlicher Ordnungszahl
(z.B. 123Sb und 123Sn) hervorgerufen werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass durch die
Ionisierung im Plasma mehrfach geladene Ionen gebildet werden. Da für das Trennen der Ionen der Massen-Ladungs-Quotient von
entscheidender Bedeutung ist, ein zweifach geladenes Ion wird genauso abgelenkt wie ein einfach geladenes Ion mit halb so großer
Masse, so ist für das Trennsystem ein 75As+-Ion nicht von einem 150Sm2+-Ion zu
unterscheiden. Solche Interferenzen sind aber aufgrund der höheren Ionisationsenergien mehrfach geladener Ionen recht selten und
meist zu vernachlässigen. Interferieren können auch im Plasma neugebildete und ionisierte Verbindungen. Dabei unterscheidet
man zwischen Verbindungen, die allein aus Elementen der Lösung gebildet werden und Verbindungen, die mit Elementen des Plasmas,
der umgebenden Atmosphäre und der Lösung gebildet werden. Hier ist zwar fast jede Kombination denkbar, aber vom Einfluss
gering und daher oftmals unbedeutend. So gibt es z.B. auf der Masse 75 folgende Interferenzen:
40Ar35Cl+ und 59Co16O+ . Die CoO-Interferenz ist aber zu
vernachlässigen, da die Bildungsrate von CoO : Co 10-5 beträgt (Berechnung anhand von Bildungsenthalpien). Man
kann einen Großteil von Interferenzen bei der Auswertung der Messung korrigieren, sofern man deren Existenz kennt (s. Abschnitt
zur Auswertung von Messungen). Andere Trennsysteme als die hier verwendete Quadrupole-Massenfilter können, aufgrund einer
höheren Auflösung, viele Interferenzen durch die bessere Trennung vermeiden.
| Isotop | mögliche Interferenz |
| As 75 | 40Ar35Cl+, 59Co16O+ |
| Se 77 | 40Ar37Cl+ |
| Se 82 | 82Kr+, 34S16O3+ |
| Nb 93 | 53Cr40Ar+ |
| Cd 114 | 114Sn+, 98Mo16O+ |
| Sn 120 | 120Te+ |
| Sb 123 | 123Te+ |
Die Vorgänge, die im Plasma stattfinden, sind weitestgehend unbekannt und entziehen sich einer direkten Beobachtung. Im Plasma werden die Elemente ionisiert. Dabei spielt sowohl die Temperatur im Plasma eine Rolle, die eine thermische Ionisierung bewirkt, als auch die Stoßionisation durch schon angeregte (beschleunigte) Atome. Diese Stoßionisation ist der hauptsächliche Grund für Matrixeffekte. Ein Matrixeffekt ist dann zu vermuten, wenn die chemische Zusammensetzung der Gesteinshauptelemente verschiedener Lösungen variiert. In erster Linie sind hier die Alkalien und Erdalkalien wie Ca, K und Na zu berücksichtigen. Durch mehr oder weniger gelöste Substanz ist das Ausmaß der Stoßionisation unterschiedlich. Daher sollten Eichlösungen und aufgeschlossene Proben eine ähnliche chemische Zusammensetzung aufweisen. Dies war aber bei den hier durchgeführten Messungen nicht möglich, um verschiedene Interferenzen, v.a. 40Ar35Cl+, vermeiden zu können. Daher wurden in Eichlösungen zur As-Bestimmung alle Elemente weggelassen, die in den Standardeichlösungen vom Hersteller mit HCl stabilisiert sind (s. Tab. 4.5). Ein Matrixeffekt war bei den As-Bestimmungen zu beobachten. Bei den anderen Messungen wurden trotz der fehlenden Matrix keine gravierenden Matrixeffekte beobachtet.
Abb. 4.2: Auftragung der "Response" (s. Abschnitt. 4.3.4) gegen die 1. Ionisierungsenergie des Isotopes für eine matrixhaltige Probe (Standard) und eine matrixfreie Eichlösung. Bei den meisten Elementen zeigen sich nur geringe Unterschiede in der Response in Abhängigkeit einer Matrix, beim As ist aber eine deutlich bessere Response beim matrixhaltigen Standard zu erkennen. Dies führt zu einer As-Überbestimmung in den matrixhaltigen Proben, die nicht korrigiert werden kann.
Die Effizienz der ersten Ionisierung eines Elementes hängt von dessen erster Ionisationsenergie ab. Alle Elemente, deren Ionisationsenergien kleiner als die des Ar sind, sollten im Plasma ionisiert werden. Je kleiner die erste Ionisierungsenergie ist, desto leichter kann die Ionisierung erfolgen. Elemente mit großem Ionisationspotential sind aber nur unzureichend oder gar nicht im Plasma ionisierbar. Gerade bei den Elementen mit großem Ionisationspotential spielen Matrixeffekte eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Als problematisch für die ICPMS-Analyse sind Elemente mit Ionisationsenergien von mehr als 8 eV anzusehen.
Tab. 4.4: 1. Ionisationsenergie (eV) der gemessenen Elemente.
| Element | 1. Ionisationsenergie (eV) |
| Kr | 13,9996 |
| Se | 9,7524 |
| As | 9,7839 |
| Cd | 8,9931 |
| Sb | 8,6190 |
| W | 7,9805 |
| Ta | 7,8872 |
| Re | 7,8769 |
| Pb | 7,4157 |
| Sn | 7,3441 |
| Bi | 7,2892 |
| Mo | 7,0995 |
| Nb | 6,8819 |
| Zr | 6,8404 |
| Hf | 6,7783 |
| Th | 6,0838 |
| U | 6,0528 |
| In | 5,7833 |
Ionisationsprobleme sind nicht zuverlässig korrigierbar. Aufschluss über mögliche Ionisationsprobleme und auch Matrixeffekte kann die sog. "Response" geben. Zur Bestimmung der "Response" normiert man gemessene CPS eines Isotops auf die Soll-Konzentration und die Häufigkeit des Isotops. Im Idealfall ergibt sich bei einer Auftragung der Response gegen die Masse eine Kurve. Ionisierungsprobleme liegen dann vor, wenn die Response für einzelne Isotope von der normalen geräteeigenen Responsekurve abweichend ist.
Abb. 4.3: Normaler Verlauf der Responsekurven der ICPMS für Lösungsbestimmungen mit und ohne S-Option-Pumpe. Deutlich ist der Einfluss der S-Option-Pumpe zu erkennen. Mit S-Option-Pumpe ist die Response für Isotope mit einer Masse >90 besser als ohne S-Option-Pumpe. Für die leichten und ganz leichten Isotope geht die Response mit S-Option-Pumpe im Gegensatz zur Response ohne S-Option-Pumpe gegen Null (nach K. Simon)
Um Memoryeffekte zu vermeiden, die vor allem durch Lösungsrückstände in der Nebelkammer und durch Ablagerungen auf den Konen entstehen, wurde eine relativ lange Spülzeit bei den Messungen eingestellt, damit das Signal der alten Probe weitestgehend abklingen konnte. Memoryeffekte sind nicht zu korrigieren, da sie nicht quantitativ erfassbar sind.
Bei einer Messung (CPS28081997) traten Schwierigkeiten auf, die auf eine andere weitere Fehlerquelle deuten. So ergab die
Auswertung für das schwerste Isotop (238U) ungewohnt hohe Abweichung der Geostandards zu seiner Soll-Konzentration.
Auch die hohe Bestimmungsgrenze, bedingt durch hohe Blindwerte, war im Vergleich zu den vorangegangen Messungen ungewöhnlich.
Genauere Untersuchungen des Messgerätes förderten das Problem zu Tage: Durch die offene Abdeckhaube des ICPMS war es wohl zu
einer Rückkoppelung der Hochfrequenzinduktionsspule mit dem Multiplier gekommen. Dies wurde in vorherigen Versuchen nicht
beobachtet. Wie diese Rückkopplung genau zustande kam, ließ sich im Nachhinein nicht mehr genau feststellen. Als Konsequenz
dieses Sachverhaltes wurde bei folgenden Messungen immer erst überprüft, ob die Tuning-Lösung mit offener oder
geschlossener Klappe ein besseres, unverfälschtes Signal lieferte. Durch die Abzugsvorrichtung an der ICPMS kann es bei
geschlossener Klappe zu Problemen durch zu starkes Absaugen von Abluft kommen.
Der Einsatz der S-Option-Pumpe kann ebenfalls zu einer fehlerhaften Konzentrationsbestimmung führen. Der Grund
ist darin zu sehen, dass durch die Pumpe die leichten Elemente sozusagen abgesogen werden. Dies gilt für Isotope mit einer Masse
<90 amu. Dabei gilt, je leichter ein Isotop ist, desto leichter kann es von der S-Option-Pumpe abgesogen werden. Der Effekt der
S-Option-Pumpe auf die Response der leichten Massen ist in Abb. 4.3 schematisch dargestellt. Die S-Option-Pumpe
sollte daher nur dann zum Einsatz kommen, wenn die Konzentrationen der mittleren und schweren Isotope sehr gering sind. Die
S-Option-Pumpe bewirkt in diesem Fall höhere Zählraten (bessere Response) bei nur gering steigendem Untergrund.
Seite zuletzt geändert am 04.12.2005 um 16:29 Uhr.